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COLLAB | 2023 | HEROES

HEROES | 2023

Eine Rauminstallation aus vier Videos mit zwei Soundcollagen (je 8 min), Textil, Objekt und Zeichnung.

Diese entstanden während der 10-Tage-Tandem-Residenz in Manchester, zwischen dem Künstler Darren Nixon und Sara M. T. Richter-Höhlich und wurde anschließend im Longsight Artspace Manchester ausgestellt.

Das deutsch-britische Künstler*innen-Tandem hat gemeinsam Orte in Manchester gesichtet und diese neben Eigenaufnahmen vor dem Green Screen, digital festgehalten. Die Beobachtungen und Eindrücke wurden visuell und auditiv aufgenommen. Die erlebten Sinnesreize aus Vergangenheit und Gegenwart wurden dann metaphorisch in vier verschiedenen Filmsequenzen gegenüber gestellten und mit zwei dafür arrangierten Soundkollagen in einer Installation, aus Holz und Textil, auf vier Monitore verbunden. Eine wichtige Rolle spielte bei der thematischen Auseinandersetzung die historische Verwandtschaft der Partnerstädte Manchester und Chemnitz und die persönliche Situation, wenn zwei sich noch fremde Künster*innen, an einem einseitig fremden Ort, Kunst schaffen. Entstanden ist ein tiefgreifendes Konstrukt aus persönlichen Erlebnissen, Erinnerungen und Sichtweisen aus dem Moment des Schaffens.

 

Heroes is an installation consisting of a four screen looped video work with accompanying sound collages set inside a textile based sculpture with objects and large scale drawings.

It was developed as part of a 10 day tandem residency between artists Sara M.T. Richter-Höhlich and Darren Nixon. It was exhibited at Longsight Art Space Manchester.

The artists, who met for the first time at the beginning of the residency, started out by visiting a range of Manchester locations, making photo, video, written and sound documents of each space and their varying responses to each. A number of the spaces visited were chosen in response to the industrial textile histories shared by Manchester and Chemnitz in an attempt to put the two towns into some sort of conversation with each other. The artists have therefore included some captured spaces from Chemnitz to fold into the project.

Recording themselves performing against a greenscreen, the artists decided to insert themselves into their video recordings elevated to the scale of public sculptures. By playing with scale as well as by cutting scenes from Manchester and Chemnitz together into strange collaged landscapes, the sense of confusion experienced as you try to find your way around new spaces in an unfamiliar town is elevated to something unsettling and heroic in equal measure. The result is a profound construct out of personal experiences, memories and perspectives at the moment of creation.

Zwischen Bild, Bewegung und Begegnung

Meine künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Malerei, Zeichnung, Grafik, Installation, Objekt, Skulptur und Performance. Dabei interessiert mich weniger die Festlegung auf ein bestimmtes Medium als die Frage, welche Form eine Idee, eine Wahrnehmung oder ein Prozess annehmen kann.

Im Mittelpunkt meiner Arbeit zeigen Farbe, Rhythmus, Bewegung, Material und Raum. Ich begreife das Bild nicht ausschließlich als abgeschlossene Fläche, sondern als einen Ort, an dem Wahrnehmung in Bewegung geraten kann. Farbe kann dabei Raum erzeugen, Linien können Rhythmus entwickeln und Materialien können eine eigene Präsenz entfalten. Mich interessiert, was geschieht, wenn sich Bekanntes verändert und aus einem Bild etwas Räumliches, Körperliches oder Bewegtes entsteht.

Viele meiner Arbeiten entwickeln sich aus einem Zusammenspiel von Intuition und bewusster Gestaltung. Experiment und Veränderung sind dabei wichtige Bestandteile meines Arbeitsprozesses. Nicht immer steht am Anfang ein vollständig festgelegtes Ergebnis. Vielmehr entsteht ein Werk oft im Dialog mit dem Material, mit dem Raum und mit dem Prozess selbst. Dieser offene Umgang ermöglicht es mir, neue Formen zu entdecken und eine Arbeit auch während ihrer Entstehung immer wieder zu hinterfragen.

Gleichzeitig ist Begegnung ein wesentlicher Bestandteil meiner künstlerischen Praxis. In gemeinsamen Projekten mit Künstlerinnen und Künstlern, Musikerinnen und Musikern, Tänzerinnen und Tänzern oder im Kontext von Theater und Performance entstehen Situationen, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Der künstlerische Prozess wird dadurch zu einem Dialog. Mich interessiert, was entstehen kann, wenn die Kontrolle über einen Prozess nicht ausschließlich bei einer Person liegt, sondern durch Austausch, Reaktion und gegenseitige Impulse erweitert wird.

Auch meine Beschäftigung mit unterschiedlichen Materialien und Techniken verstehe ich als Möglichkeit, Grenzen zwischen den Disziplinen durchlässig werden zu lassen. Malerei kann in eine Installation übergehen, eine Zeichnung kann Teil eines räumlichen Zusammenhangs werden, Bewegung kann zur Erweiterung eines Bildes werden. Dabei suche ich nicht nach einer möglichst großen Vielfalt um ihrer selbst willen. Vielmehr versuche ich, für jede künstlerische Fragestellung die Ausdrucksform zu finden, die ihr am besten entspricht.

Meine Arbeiten verstehen sich als offene Räume. Sie sollen nicht unbedingt eine einzige Bedeutung vorgeben oder eine eindeutige Geschichte erzählen. Vielmehr möchte ich Situationen schaffen, in denen Betrachterinnen und Betrachter eigene Wahrnehmungen, Erinnerungen und Assoziationen entwickeln können.

Ich interessiere mich für das Dazwischen: zwischen Fläche und Raum, zwischen Farbe und Bewegung, zwischen Material und Wahrnehmung, zwischen individueller Erfahrung und gemeinschaftlichem Prozess. Genau an diesen Übergängen entstehen für mich neue Möglichkeiten.

Kunst bedeutet für mich deshalb nicht nur, etwas sichtbar zu machen. Sie bedeutet auch, Wahrnehmung zu verändern, Fragen zu stellen und Räume für Begegnung zu schaffen. Meine künstlerische Arbeit bleibt dabei selbst in Bewegung – offen für neue Materialien, neue Perspektiven, neue Kooperationen und für das, was sich im Prozess noch entwickeln kann.

Copyright © 2026 Sara M T Richter-Höhlich
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