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PERFORMANCE | 2023 | SCHAM

Performance SCHAM - eine audio-visuelle, künstlerische Selbstbefragung zum Thema Scham

 

In einer performativen-künstlerischen Auseinandersetzung begegnen die Künstlerin Sara M.T. Richter-Höhlich und die Schauspielerin Magda Decker der Scham als Objekt.

Die Skulptur aus Gips verkörpert den Mantel der Scham, in dem die personifizierte Scham, gespielt von Sara M. T. Richter-Höhlich, die weibliche Person, gespielt von Magda Decker, einhüllt.

Leitfaden bildet dabei der Ton- und Stimmenrahmen. Anfangs steht der Herzschlag im Ruhepuls, nach ca. 30 Sekunden tritt eine Störmelodie (Scham) auf, dabei wird auch langsam das Gesicht von Magda Decker beleuchtet. Nach und nach lassen zusätzlich Stimmen aus dem Nichts die Scham immer Größer werden, unterstütz wird diese Wirkung durch Licht und die performativen Antworten der Performerinnen. Die ganze Atmosphäre wird immer ergreifender, der Herzschlag immer schneller und die Einhüllung von der personifizierten Scham scheint die Schauspielerin, mit einer schmierigen zähflüssigen Masse, Teil der starren Hülle werden zu lassen. Bis es zum Stillstand kommt und Magda Decker sich der Scham entgegenstellt. Mit den gefundenen Worten, in Form eines Gedichtes in eingesprochener und live aufgegriffener Darstellung, wird die Hülle der Scham aufgebrochen.

 

Weltfrauentag | 8. März 2023| Interaktive Vulva-Ausstellung im Chemnitzer WELTECHO „Geh in die Ecke und schäm dich nicht!“

Performerin:     Schauspielerin Magda Decker | Künstlerin Sara M. T. Richter-Höhlich

Gips-Skulptur:  Sara M.T. Richter-Höhlich

Audio:               Dominik Höhlich

Regie:               Sara M. T. Richter-Höhlich, Magda Decker

Stimmen:          Magda Decker, Sara M. T. Richter-Höhlich und Freunde

Gedicht:            Magda Decker

Video/Foto:      Eulenherz Artwork

Zwischen Bild, Bewegung und Begegnung

Meine künstlerische Arbeit bewegt sich zwischen Malerei, Zeichnung, Grafik, Installation, Objekt, Skulptur und Performance. Dabei interessiert mich weniger die Festlegung auf ein bestimmtes Medium als die Frage, welche Form eine Idee, eine Wahrnehmung oder ein Prozess annehmen kann.

Im Mittelpunkt meiner Arbeit zeigen Farbe, Rhythmus, Bewegung, Material und Raum. Ich begreife das Bild nicht ausschließlich als abgeschlossene Fläche, sondern als einen Ort, an dem Wahrnehmung in Bewegung geraten kann. Farbe kann dabei Raum erzeugen, Linien können Rhythmus entwickeln und Materialien können eine eigene Präsenz entfalten. Mich interessiert, was geschieht, wenn sich Bekanntes verändert und aus einem Bild etwas Räumliches, Körperliches oder Bewegtes entsteht.

Viele meiner Arbeiten entwickeln sich aus einem Zusammenspiel von Intuition und bewusster Gestaltung. Experiment und Veränderung sind dabei wichtige Bestandteile meines Arbeitsprozesses. Nicht immer steht am Anfang ein vollständig festgelegtes Ergebnis. Vielmehr entsteht ein Werk oft im Dialog mit dem Material, mit dem Raum und mit dem Prozess selbst. Dieser offene Umgang ermöglicht es mir, neue Formen zu entdecken und eine Arbeit auch während ihrer Entstehung immer wieder zu hinterfragen.

Gleichzeitig ist Begegnung ein wesentlicher Bestandteil meiner künstlerischen Praxis. In gemeinsamen Projekten mit Künstlerinnen und Künstlern, Musikerinnen und Musikern, Tänzerinnen und Tänzern oder im Kontext von Theater und Performance entstehen Situationen, in denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen. Der künstlerische Prozess wird dadurch zu einem Dialog. Mich interessiert, was entstehen kann, wenn die Kontrolle über einen Prozess nicht ausschließlich bei einer Person liegt, sondern durch Austausch, Reaktion und gegenseitige Impulse erweitert wird.

Auch meine Beschäftigung mit unterschiedlichen Materialien und Techniken verstehe ich als Möglichkeit, Grenzen zwischen den Disziplinen durchlässig werden zu lassen. Malerei kann in eine Installation übergehen, eine Zeichnung kann Teil eines räumlichen Zusammenhangs werden, Bewegung kann zur Erweiterung eines Bildes werden. Dabei suche ich nicht nach einer möglichst großen Vielfalt um ihrer selbst willen. Vielmehr versuche ich, für jede künstlerische Fragestellung die Ausdrucksform zu finden, die ihr am besten entspricht.

Meine Arbeiten verstehen sich als offene Räume. Sie sollen nicht unbedingt eine einzige Bedeutung vorgeben oder eine eindeutige Geschichte erzählen. Vielmehr möchte ich Situationen schaffen, in denen Betrachterinnen und Betrachter eigene Wahrnehmungen, Erinnerungen und Assoziationen entwickeln können.

Ich interessiere mich für das Dazwischen: zwischen Fläche und Raum, zwischen Farbe und Bewegung, zwischen Material und Wahrnehmung, zwischen individueller Erfahrung und gemeinschaftlichem Prozess. Genau an diesen Übergängen entstehen für mich neue Möglichkeiten.

Kunst bedeutet für mich deshalb nicht nur, etwas sichtbar zu machen. Sie bedeutet auch, Wahrnehmung zu verändern, Fragen zu stellen und Räume für Begegnung zu schaffen. Meine künstlerische Arbeit bleibt dabei selbst in Bewegung – offen für neue Materialien, neue Perspektiven, neue Kooperationen und für das, was sich im Prozess noch entwickeln kann.

Copyright © 2026 Sara M T Richter-Höhlich
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